B96 Varianten, Verkehr und Mobilität

Leserbrief: B96 – Schlagader von Oberhavel

Zu Brücke ist freigegeben MAZ vom 1. September 2017:

Verkehrsministerin Frau Kathrin Schneider hat bei der Eröffnung der Brücke über die Bahn in Dannenwalde erklärt, dass dieses Teilstück zur Verbindung zwischen Nordeuropa und der Adria gehört. Geht es nicht eine Nummer kleiner?

Auch ich freue mich über die Fertigstellung der Brücke in Dannenwalde. Wer sich jedoch die B96 als Verbindung zwischen Nordeuropa und der Adria wünscht, dem rate ich, ein paar Tage Urlaub im Etschtal zwischen Bozen und Verona zu machen und sich den Verkehrslärm dort anzuhören. Zurück zu Hause freut er sich, dass er dort nicht ständig wohnen muss.

Die EU hat mit dem Transeuropäischen Straßennetzes neun Verkehrskorridore durch Europa festgelegt. Die Autobahn A19/A24 zwischen Rostock und Berlin ist ein Abschnitt der Ostroute des Korridors von Skandinavien zum Mittelmeer. Glücklicherweise ist es nicht die B96 über Fürstenberg.

Wem die an der B96 wohnende Bevölkerung am Herzen liegt, sollte nicht von einer Verbindung zwischen Nordeuropa und der Adria träumen, sondern die B96 als eine funktionsfähige Verbindung für den Regionalverkehr, sozusagen die Schlagader von Oberhavel ansehen.

Wer die an der B96 wohnende Bevölkerung vor unnötigem Verkehrslärm schützen möchte, sollte einen vernünftigen Kompromiss zwischen den Interessen der Transportwirtschaft und der ansässigen Bevölkerung suchen und sich für eine Verlegung der E 251 auf die Autobahn, für eine höhere LKW-Maut auf Bundesstraßen, für ein Nachtfahrverbot für LKW und für Tempo 30 in den Ortschaften einsetzen.

Bernhard Hoffmann,
Mitglied des PAK und
des AK Lebendiges Fürstenberg

Nachtrag vom 03.09.2017: Jetzt auch in der MAZ!