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MAZ: Zwei Alternativen zur Ortsumfahrung werden jetzt genauer geprüft

MAZ vom 06.04.2018:
Projektbegleitender Arbeitskreis informiert über den Planungsstand der B 96 in Fürstenberg – Nächstes Jahr soll die Strecke endgültig festgelegt werden

Von Martina Burghardt

Fürstenberg/Havel. Eine Risikoanalyse für weitere Varianten der B-96-Ortsumfahrung von Fürstenberg stand im Mittelpunkt der zweiten Sitzung des Projektbegleitenden Arbeitskreises vergangenen Mittwoch im Rathaus Fürstenberg. Die bereits im Jahr 2003 favorisierte neun Kilometer lange Trasse für den Bau der Bundesstraße führt zwischen Röblinsee und Peetschsee durch den Naturpark Stechlin/Ruppiner Land.

37 alternative Routen hat der Landesbetrieb Straßenwesen im Zuge der Planungsvorbereitung betrachtet, sowohl aus technischer als auch aus finanzieller Sicht. Nur zwei Varianten haben es in die engere Wahl geschafft: Sie würden den Durchgangsverkehr aus der Innenstadt an die Bahntrasse verlegen, und zwar westlich der Gleise. Die Unterlagen sollen den Teilnehmern des Arbeitskreises demnächst zur Verfügung gestellt werden. Im Herbst ist das nächste Treffen geplant, um die Untersuchungsergebnisse vorzustellen.

Die Stadt favorisiert die weiträumige Westumfahrung. Dazu liegt ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vor. Sollte eine der Alternativrouten ernsthaft in Betracht kommen, muss die Kommune erneut entscheiden.

Der Arbeitskreis Lebendiges Fürstenberg befürchtet, dass auch die Alternativrouten an der Bahntrasse „aussortiert“ werden und „nur noch die weiträumige Westumfahrung durch den Naturpark übrig bleiben wird“, wie dessen Sprecher Bernhard Hoffmann mitteilte. Er sieht in der Risikoanalyse lediglich eine Art Pflichterfüllung, damit die Planung einer möglichen gerichtlichen Prüfung standhält. „Ich bin ein entschiedener Gegner der Führung der B 96 durch den Naturpark“, sagte er. Der Arbeitskreis Lebendiges Fürstenberg sei nach wie vor gegen die weiträumige Westumfahrung. Es gebe Alternativen, die erheblich weniger die Natur beeinträchtigen würden. Die Argumente seien jedoch während der Sitzung ignoriert worden, so Bernhard Hoffmann. „Wir schlagen unverändert den Bau einer Trasse parallel zur Bahn mit einem Straßentunnel unter der Havel und mit direkter Anbindung an die L15 nach Lychen und einer Anbindung des Einkaufszentrums Feldmark vor.“

Die Bürgerinitiative „B 96 raus“ ist hingegen an einem schnellen Bau der Ortsumfahrung interessiert und fordert unter anderem, dass der Radweg Berlin-Kopenhagen eine Brücke über die neue B 96 bekommt und dass das Wild die neue Straße gefahrlos passieren kann.

Im Zuge der Prüfung der Alternativrouten wird sich der Landesbetrieb Straßenwesen mit der Stadt Fürstenberg über Grundstücksfragen und städtebauliche Planungen abstimmen müssen, wie Bürgermeister Robert Philipp „parteilos“ informierte. Für ihn ist außerdem wichtig, wo Straßenanschlüsse gebaut werden, damit der Verkehr nicht doch durch die Stadt rollt. Detailfragen, wie zum Beispiel die Anbindung der westlich der künftigen Ortsumgehung gelegenen Ortsteile an die Stadt Fürstenberg, sollten ebenfalls frühzeitig geklärt werden. Mitte nächstens Jahres, so rechnet der Bürgermeister, werden sich Bund und Land auf die Streckenführung geeinigt haben.

Bis dahin liegen auch die Ergebnisse der naturschutzfachlichen Untersuchungen für die Westumfahrung vor. Im Jahr 2016 wurde mit der landschaftspflegerischen Begleitplanung begonnen. Die sogenannte Faunistische Planungsraumanalyse ist bereits abgeschlossen, eine Kartierung ist in Arbeit.